kulturblogg

schönes, erfreuliches
und bemerkenswertes


Der meistgelesene Kulturblog der Hauptstadt – mit Kurzkritiken zu Theater, Tanz, Performance, Oper, Kunst, Kino und Literatur: bemerkenswert, sehenswert, hörenswert.

The ultimate culture blog — reviewing theatre, dance, performance, opera, art, film and literature: most widely read and much valued. Find out what‘s on.

David Bowie

»Tomorrow belongs to those who can hear it coming.«

Schönheit

»I came so far for beauty
I left so much behind.«

Leonhard Cohen

Manifesto

© VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Cate Blanchett ist eine Wucht. Allein für sie lohnt sich die Filminstallation »Manifesto«. Julian Rosefeldt inszeniert 12 filmische Episoden zu 12 großen Strömungen der Kunst des 20. Jahrhunderts: vom Futurismus über DADA, Minimal Art bis hin zu Dogma. Er montiert unzählige Originalzitate aus Manifestos von rund 70 männlichen Autoren, wie Rodtschenko, Kandinsky, Schwitters, John Cage oder Werner Herzog, die die textliche Grundlage der Filme bildet.

In hollywood-reifer Perfektion und klar definierter Ästhetik erlebt man Cate Blanchett als weibliche Protagonistin in diesen 12 Szenen ihre Sogkraft entwickeln. Sie leiht ihre Stimme und ihren Körper und das erzeugt zwischen Bild- und Textebene ein flirrendes Spannungsfeld aus kritischer Distanz und ironischer Überhöhung – in Figuren wie einer Grundschullehrerin, einer Puppenspielerin, einer Brokerin, einer Trauerrednerin und einer Obdachlosen.

Absolut sehenswert.


Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin
Bis 10. Juli 2016

Ruhrtriennale, Kraftzentrale Duisburg
13. August bis 24. September 2016
Di–So: 13.00–20.00 Uhr

Die Fernsehpremiere wird im Bayerischen Fernsehen sein.

Villa Stuck, München
16. Februar – 21. Mai 2017
Di–So 11–18 h, erster Freitag im Monat bis 22 h

David Bowie

»I don’t know where I’m going from here,
but I promise it won’t be boring.«

Testament

© Doro Tuch

Dass man Shakespeares King Lear derart demontieren kann und dabei nah und dicht erzählen kann, das haben She She Pop bewiesen, als sie im Februar 2010 mit Testament herauskamen. Nie ist man näher zum Kern der Sache vorgedrungen, nie hat man die Vater-Tocher-Beziehung besser verstanden. Und wurde dabei besser unterhalten: man lacht und weint und tanzt mit den Spielern auf der Bühne. Durchlebt verstörende Momente, in denen alle Hüllen fallen und nur das übrig bleibt, was vielleicht bleibt, wenn eine Generation geht und eine andere zurück lässt.

Jetzt ringen She She Pop und ihre Väter noch einmal um Liebe, Anerkennung und Annahme. Zum letzten Mal ist ihre Lear-Adaption in Berlin und in München zu sehen. Dringend empfohlen.


Hebbel am Ufer, HAU 2, Berlin
Di 24. November 2015
Do 26. November 2015
Sa 28. November 2015
So 29. November jeweils 20 h
Restkarten an der Abendkasse


Kammerspiele München
Fr 18. Dezember 2015
Sa 19. Dezember 2015

Gala

© Dorothea Tuch

Was hier geschieht grenzt an ein Wunder. Jérôme Bel versammelt knapp 20 Menschen auf der Bühne: Frauen, Männer, Kinder, Teenager, Rentner, Transgender, Menschen im Rollstuhl, mit Downsyndrom, Profitänzer, Schauspieler, Laien. In allen Farben und Formen, so divers, dass es eine Freude ist. Er schafft einen Raum, in dem sie sich frei und voller Würde bewegen, als hätten sie nie etwas anderes getan.

Sie zeigen uns ihre Version von Pirouette, Grand Jete, Walzer, Moonwalk, Verbeugung. Wir lieben jeden Einzelnen und jede einzelne Ausführung – je weiter entfernt von der Perfektion, desto spannender. Plötzlich sind die Amateure fesselnder als die Forsythe Tänzer.

Warum bewegen wir uns? Und was ist Tanz? Der Abend entwirft eine Gegenposition zu Repräsentation, Imitation, Stereotyp. »Gala« ist große Konzeptkunst. Eine Hymne der Menschlichkeit. Jérôme Bel feiert den Unterschied und schafft eine Ensembleleitung aus einzigartigen, originären und authentischen Wesen. Langer Applaus.


Hebbel am Ufer, Berlin
Do 25.06.2015, 20 h, HAU1
Restkarten an der Abendkasse

Tanzhaus, Düsseldorf
Do 27. August 2015
Fr 28. August 2015

Festival Automne, Paris
17. September bis 5. Dezember 2015
u.a. Théâtre de la Ville
Mo 30. November bis Mi 2. Dezember 2015

Tanzquartier Wien
Di 12.–15. Januar 2016

Hebbel am Ufer, Berlin
Fr 15. Januar 2016
Sa 16. Januar 2016

Kammerspiele München
Di 9. und 10. Februar 2016

Montpellier CDN
Di 15. und 16. März 2016

Hebbel am Ufer, Berlin
Do 5. bis So 8. Mai 2016

Hebbel am Ufer, Berlin
Sa 17. September 2016

Kampnagel, Hamburg
Do 6. Oktober 2016
Fr 7. Oktober 2016
Sa 8. Oktober 2016 jeweils 20 h

Mousonturm, Frankfurt
Di 8. und Mi 9. November 2016 um 19:30 h

Theater Freiburg
Do 25. Mai 2017 um 19:30 h

Hebbel am Ufer, Berlin
Mi 5. April 2017
Do 6. April 2017
Mi 12. April 2017
Do 13. April 2017


Sensing Spaces

© Grafton Architects

Für eine der aufregendsten Ausstellungen des Jahres »Architecture Reimagined« waren die kreativsten Denker von Architektur aufgefordert neue Perspektiven zu ersinnen: Alvaro Siza, Grafton Architects, Diébédo Francis Kéré, Eduardo Souto de Moura, Kengo Kuma, Pezo von Ellrichshausen.

Die Ausstellung will Räume erfahrbar machen:
Wie fühlt man sich in dem Raum, in dem man gerade sitzt und das hier liest? Was macht das aufsteigende Dach eines Bahnhofs mit uns, der feuchte Geruch eines Kellers, das Gefühl von abgenutzten Steinstufen unter den Füßen, das dumpfe Echo eines Klosters oder die gemütliche Vertrautheit unseres Wohnzimmers?

Bis 6. April 2014
Royal Academy London

Das Leben ist keine Probe

Sie sind gerade ein paar Tage hier und schon ist aus dem HAU das Nature Theater of Oklahoma geworden. Das muss am einnehmenden Wesen der New Yorker Company liegen. Die Türen sind geöffnet, der Eintritt ist frei. Jedenfalls wenn die Truppe probt. Und das ist am:
Montag, 1.,
Dienstag, 2.,
Donnerstag, 4.,
Samstag, 6. und
Dienstag, 9. Juli
ab jeweils 15 Uhr im HAU 1
Man kann buchstäblich kommen und gehen, wann man möchte. Zusätzlich gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Filmen und »OK Radio«-Podcasts. Auch für den Marathon gibt es noch Karten.

Die Kraft der Gedanken

»… for there is nothing either good or bad, but thinking makes it so.«

William Shakespeare, Hamlet

30.04.2013

0

Über Schönheit

»Und was ich für das wichtigste daran halte: dass es nur die Form ist, die eine Sache verständlich macht und damit Gemeinschaft stiften kann.«

Gerhard Richter

 

19.12.2012

0

Gert & Uwe Tobias

© Gert & Uwe Tobias, GUT/Z 1917/00ohne Titel / untitled 2012Die Dresdner Paraphrasen sind jetzt in Berlin zu sehen vom 4. Oktober bis 10. November bei CFA am Kupfergraben.
Eine Führung durch die Ausstellung mit dem Kurator Dr. Michael Hering gibt es jeden Samstag von 12 bis 13 Uhr.
Anmeldung unter: .(JavaScript must be enabled to view this email address)

Richter in Paris


Gerhard Richter Panorama vom 6. Juni bis 24. September im Centre Pompidou Paris. Nach London und Berlin wohl die schönste Hängung der Ausstellung. Gerhard Richter war zu Tränen gerührt, berichten Augenzeugen.

Unvermutet

»There is nothing in a caterpillar that tells you it’s going to be a butterfly.«

Richard Buckminster Fuller

Rakete & die Rockpoeten

Jim in seinem Studio

Berlin ist krachend voll mit musikalischem Talent.
Jetzt hängen sie bei Münzing Claassen an der Wand.
Die Talente.

Letzte Chance. Freitag ist Vinissage.
Nicht verpassen.

Jim Raketes Rockpoeten Ausstellung
nur noch bis 4. Mai zu sehen bei:
Münzing Claassen

Mein absolutes Lieblingsbild:

© Jim Rakete: Max Prosa, 2011

© Jim Rakete: Max Prosa, 2011

Italienische Lebensweisheit

»La vita è molto.«
Das Leben ist viel.

Donatella Capriz Velte

12.03.2012

0

Alle anzeigen Impressum Kooperationspartner: livekritik.de