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schönes, erfreuliches
und bemerkenswertes


Der meistgelesene Kulturblog der Hauptstadt – mit Kurzkritiken zu Theater, Tanz, Performance, Oper, Kunst, Kino und Literatur: bemerkenswert, sehenswert, hörenswert.

The ultimate culture blog — reviewing theatre, dance, performance, opera, art, film and literature: most widely read and much valued. Find out what‘s on.

Kreatur

© Sebastian Bolesch

Ein Klang-, Licht-, Kostüm und Bewegungsteppich vom Feinsten. Anderthalb Stunden lang breiten Sasha Waltz und ihre vierzehn Tänzer ein Perfektionssektakel auf der Bühne aus, das ästhetischer kaum sein könnte. Die Kostüme entstammen gleichsam einem Bauhaus des 21. Jahrhunderts und illustrieren, wie schöne Hüllen manchmal nur schöne Geräusche produzieren – ohne etwa zu erzählen.

Es gibt die Waltz’schen Körperansammlungen, -entblößungen, -verknotungen, dazu Verzerrfolien, Pusteblumenoutfits, einen Balken, eine Treppe. Es tut sich viel, manchmal auch unisono, allein die Wildheit der Kreaturen hält sich in klar definierten Grenzen. Kontrolle dominiert. Ausbrüche oder Überraschungen fehlen.

Vielleicht hätte der Abend als begehbare Installation in seiner Breite gut funktioniert, die Verdichtung des Stoffes zu einem Bühnenstück hätte man sich weit deutlicher gewünscht. Jubelrufe und Buhs.


Tanz im August, Haus der Berliner Festspiele
Do 24. August 2017 um 21 h

Radialsystem Berlin
Mi 20. Dezember 2017
Do 21. Dezember 2017
Fr. 22. Dezember 2017
Mi 27. Dezember 2017
Do 28. Dezember 2017
Fr 29. Dezember 2017 jeweils um 20 h


Raus

© Etienne Girardet, pacificografik.de

Ein Bauzaun versperrt den Blick auf die Bühne. Nach und nach bekommt der Zuschauer Einblick in das, was dahinter vor sich geht. Vierzig junge Berliner zwischen 13 und 19 Jahren singen, tanzen und spielen zum Thema »Raus«. Da geht es um Flüchtende, Freiheit, Grenzen, aber auch um Pubertät als Grenzerfahrung, erste Liebe, Mut und was es bedeutet anders zu sein.

Mit viel Gespür für zarte Nuancen und große Gesten inszeniert Rachel Hameleers, die künstlerischen Leiterin der Kreuzberger »Academy«, diesen hinreißenden Abend. Sie brennen, diese Kids, und sie reißen mit, mit Ihrer Begeisterung und ihrem Talent. Eine Produktion, die man auf keinen Fall verpassen darf.


Alte Feuerwache, Berlin
Mi 22. Juni 2016, 19:30 h
Do 23. Juni 2016, 19:30 h
Fr 24. Juni 2016, 19:30 h
Sa 25. Juni 2016, 16 h
Restkarten an der Abendkasse


Academy Casting Workshop
Sa 17. September 2016, 12–16 Uhr oder
So 18. September 2016, 12–16 Uhr  

 

Deleted Scenes

© Dieter Hartwig

Was macht eine Ballettausbildung aus einem Körper? Wie bestimmt die Erfindung von Ballett unsere Wahrnehmung? Sergiu Matis beginnt seine humorvolle Ausgrabungsarbeit 1661, mit der Gründung der Académie Royale de Danse in Paris. Gemeinsam mit Maria Walser und Corey Scott-Gilbert erkundet er verschüttete Bewegungen, die vielleicht wegen des dominanten Ballettvokabulars auf der Strecke blieben.

Der Abend spekuliert und fabuliert über vermeintlich Gelöschtes. Stellenweise arbeiten sich die drei Tänzer an den Visionen sichtbar ab. Trotzdem baut die Performance mit ihrer klaren Struktur einen fazinierenden Spannungsbogen über 50 Minuten und man beginnt mehr und mehr zu entziffern.


Ufer Studios, Berlin
Sa 4. Juni 2016, 20:30 h
So 5. Juni 2016, 20:30 h

 

(Golden Hours) As you like it

© Anne Van Aerschot

»How can moments go so slow?«, singt Brian Eno und dazu bewegen sich elf Tänzer in Zeitlupe. Man merkt wie erstaunlich Enos Nummer »Golden Hours« zu Anne Teresa De Keersmaekers Stil passt. Nach dem Intro entwickelt sich »(Golden Hours) As you like it« dann zu einem Handlungsballett des 18. Jahrhundert, mit Anleihen aus dem Ausdruckstanz. Performt wird Shakespeares Komödie »Wie es euch gefällt« (1599), sporadisch begleitet von Brian Enos Album »Another Green World« (1975) und eingeblendeten Dialogzitaten.

Die elf fabelhaften Tänzer illustrieren ausdrucksvoll und körperlich als sprächen sie die Dialoge innerlich. Für die Liebestollheit von Shakespeares Komödie interessiert sich De Keersmaeker aber nicht. Mit formaler Strenge gestaltet sie das Spiel um Sein und Schein, Liebe und Geschlecht, Identität und Freiheit. Ironische Noten sind spärlich. Und so bleibt Shakespeares Komödie eine kühle Interpretation – trotz der Verve und des Esprits der jungen Rosas Tanzcompany.


cultuurcentrum Hasselt, Belgien
Di 12. April 2016

STUK Kunstencentrum Leuven, Belgien
Fr 15. und Sa 16. April 2016

La Filature Mulhouse, Fankreich
Di 19. April 2016

Opéra de Lille, Frankreich
Di 26. und Mi 27. April 2016

Ruhrtriennale, Bochum
Do 22 bis Sa 24. September 2016

weitere Termine

 

Nederlands Dans Theater

© Rahi Rezvani

Sehnsuchtsvolle Töne von Max Richter begleiten das Stück »Stop-Motion« von Sol León und Paul Lightfoot. Sieben Tänzer erzählen von Abschied und Transformation und bauen das dritte Stück des Abends langsam und mit großer Intensität zu einem Magnum Opus, dem man noch Stunden zusehen könnte.

Prince Credell und Roger Van der Poel machen ihr Pas de deux zum Höhepunkt des Abends – träumen, lassen los, verändern und knüpfen damit an die Ära Jiří Kylián an, der das NDT zum Weltruhm führte. Nach 15 Jahren ist die Company nun endlich wieder in Berlin zu sehen. Am Premierenabend stehende Ovationen.


Haus der Berliner Festspiele Berlin
Do 29. bis Sa 31. Oktober 2015, jeweils 20 h

Festspielhaus Baden Baden
9. und 10. April 2016

New York City Center
16. bis 19. November 2016


29.10.2015

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Aerobics

© Laurent Philippe

Schwarze Bühne, keine Musik, nur Atem und Bewegung. Drei Akte lang. Paula Rosolen hat mit sieben Tänzerinnen und Tänzern eine Dekonstruktion von Aerobics versucht. Tatsächlich entsteht aus dem Vorführen des aerobischen Bewegungsvokabulars eine Art Ballett und man beginnt darüber zu grübeln, was Ballett eigentlich ist. Die stärksten Momente die Abends gelingen in den Pas de deuxs, in denen sich ein tänzerischer Dialog entspinnt.

Der Abend hat Witz und Verstand, und doch hätte man sich mehr dramaturgische Komposition und Distanz zum Originalmaterial gewünscht. Jane Fonda hat Aerobics zum Welterfolg gemacht. Ohne sie wüsste heute wohl keiner um dieses Fitness Programm, das einst für die US Air Force entwickelt wurde.


Sophiensäle, Berlin
So 4. Oktober 2015

Mousonturm, Frankfurt
Do 22. Oktober 2015
Fr 23. Oktober 2015
Sa 24. Oktober,  jeweils 20 h

Kondenz-Festival, Belgrad
Mo 26. Oktober 2015

Tino Sehgal

© Mathias Völzke

Eine große Werkschau im Martin-Gropius-Bau – und es gibt keine Fotos, kein Plakat, keinen Katalog. Das ist Konzept. Man muss kommen und selbst erfahren, was hier passiert. Es wird gesungen, gesummt, geredet, getanzt, geküsst, das Museum wird zur Bühne, der Betrachter zum Mittäter und was man erlebt, bewegt sich irgendwo zwischen Tanzperformance und Aktionskunst.

Präsentiert werden fünf Werke, unter anderem »This Variation« von der Documenta 2012, bei dem die Performer mächtig aufmischen. William Forsythe sagte einmal zu seinem Eleven Tino Seghal, er hätte die Tanzwelt nicht verlassen, er hätte sie erweitert.

Das tut Sehgal auch mit seiner walking installation namens »This Progress«, die gerade im Haus der Berliner Festspiele gezeigt wird. Der Rundgang beginnt mit einer Frage, die einem ein Kind stellt: Was ist Fortschritt? Je nachdem was man antwortet, wird dieses Gespräch weitergeführt von Teenagern, Erwachsenen und Senioren. Das machte Sehgal schon im Guggenheim in New York und auf der Agora in Athen.

Beides große Kunst und unbedingtes Muss für diesen Kultursommer.


Werkschau
Martin-Gropius-Bau, Berlin
28.6.bis 8.8.2015
Mi–Mo 10 bis 19 h

»This Progress«
Foreign Affairs – International Performing Arts Festival
Haus der Berliner Festspiele, Berlin
25.6. bis 5.7.2015, jeweils von 17 bis 21 Uhr

 

Gala

© Dorothea Tuch

Was hier geschieht grenzt an ein Wunder. Jérôme Bel versammelt knapp 20 Menschen auf der Bühne: Frauen, Männer, Kinder, Teenager, Rentner, Transgender, Menschen im Rollstuhl, mit Downsyndrom, Profitänzer, Schauspieler, Laien. In allen Farben und Formen, so divers, dass es eine Freude ist. Er schafft einen Raum, in dem sie sich frei und voller Würde bewegen, als hätten sie nie etwas anderes getan.

Sie zeigen uns ihre Version von Pirouette, Grand Jete, Walzer, Moonwalk, Verbeugung. Wir lieben jeden Einzelnen und jede einzelne Ausführung – je weiter entfernt von der Perfektion, desto spannender. Plötzlich sind die Amateure fesselnder als die Forsythe Tänzer.

Warum bewegen wir uns? Und was ist Tanz? Der Abend entwirft eine Gegenposition zu Repräsentation, Imitation, Stereotyp. »Gala« ist große Konzeptkunst. Eine Hymne der Menschlichkeit. Jérôme Bel feiert den Unterschied und schafft eine Ensembleleitung aus einzigartigen, originären und authentischen Wesen. Langer Applaus.


Hebbel am Ufer, Berlin
Do 25.06.2015, 20 h, HAU1
Restkarten an der Abendkasse

Tanzhaus, Düsseldorf
Do 27. August 2015
Fr 28. August 2015

Festival Automne, Paris
17. September bis 5. Dezember 2015
u.a. Théâtre de la Ville
Mo 30. November bis Mi 2. Dezember 2015

Tanzquartier Wien
Di 12.–15. Januar 2016

Hebbel am Ufer, Berlin
Fr 15. Januar 2016
Sa 16. Januar 2016

Kammerspiele München
Di 9. und 10. Februar 2016

Montpellier CDN
Di 15. und 16. März 2016

Hebbel am Ufer, Berlin
Do 5. bis So 8. Mai 2016

Hebbel am Ufer, Berlin
Sa 17. September 2016

Kampnagel, Hamburg
Do 6. Oktober 2016
Fr 7. Oktober 2016
Sa 8. Oktober 2016 jeweils 20 h

Mousonturm, Frankfurt
Di 8. und Mi 9. November 2016 um 19:30 h

Theater Freiburg
Do 25. Mai 2017 um 19:30 h

Hebbel am Ufer, Berlin
Mi 5. April 2017
Do 6. April 2017
Mi 12. April 2017
Do 13. April 2017


A Flowering Tree

© Mats Bäcker

Die zeitgenössische Oper von John Adams erlebte gerade ihre blühende Skandinavien Premiere. Mit opulenter Reduziertheit und traumwandlerischer Unmittelbarkeit inszeniert Nicola Raab das indische Märchen zu einem Gesamtkunstwerk. Vom ersten Moment entfaltet sich der Abend mit großer Selbstverständlichkeit als Musik-Tanz-Theater in grandiosen Bildern.

Die Liebesgeschichte, die mit ihren Prüfungen an die Zauberflöte erinnert, wird von nur drei Sängern erzählt und berührt in ihrer Einfachheit. Ein unspektakuläres Spektakel höchster Klangkunst. Stehende Ovationen bei der Premiere. Und eine Reise nach Göteborg wert.


Göteborgs Operan
So. 15. Februar 2015
Fr. 20. Februar 2015
So. 1. März 2015
Do. 5. März 2015
So. 15. März 2015
Mit. 18. März 2015
Sa. 21. März 2015
Sa. 28. März 2015

Bach/Passion/Johannes

© Benoîte Fanton

Simon Rattle nannte den Kreuzige Chorus das »Sacre du Printemps« des 18. Jahrhunderts. Auch der Anfang von Bachs Johannes Passion ist alles andere als melodische Musik. Aber Laurent Chétouane fängt nich an, wo es anfängt. Der Abend beginnt mit den Tod Jesu.

Die Johannes Passion ist ein Stück für Sucher und so wandert ein Kollektiv aus vier Tänzern, einer Sängerin und sieben singenden Instrumentalisten barfüßig durch die Passion. Aus dem musikalischen Dickicht Bachs destillieren sie einen kargen Klang. Mit dieser Freilegung gelingt ihnen aber nicht immer eine Offenbarung: zu oft verschwimmt das Zarte zur Unhörbarkeit. Bachs gewaltige musikalische Bilder gehen flöten.

Das Offene bei Bach ist der Moment des Todes, der nicht zu beweinen ist, sondern zu ergreifen: der Anfang einer nie gekannten Freiheit. Dieser Offenheit will uns die Inszenierung näherbringen: »Es ist vollbracht«. Aber dort endet der Abend nicht. Auch das Ewigkeitsgefühl will ausgehalten sein.

Oktober, Kampnagel, Hamburg
Do, 2.10.2014
Fr, 3.10.2014
Sa, 3.10.2014 jeweils 20 h

November, HAU Hebbel am Ufer Berlin
8./ 9. und 11.11.2014

Dezember, Tanzhaus NRW Düsseldorf
13. und 14.12.2104

Januar, Tanzquartier Wien
16 und 17.1.2015

Mai, Le Maillon Pôle Sud, Strasbourg
28 und 29.5.2015

Juni, Rencontres chorégraphiques internationales de Seine-Saint-Denis / Paris
12. und 13.6.2015

Sketches/Notebook

© Iris Janke

Als Zuschauer betritt man den »Werk-Raum« und ist in diesem Moment kein Zuschauender mehr: Man wird eingesogen in eine Echtzeitversuchsanordnung, in der wirklich etwas versucht wird. Wir sehen Bewegung und Bewegtheiten, Hingeworfenes und sich Hineinwerfendes. Meg Stuarts Spieler setzen sich der Rauheit der Unvollendetheit aus und bewahren sich und uns die Offenheit dem Entstehen zu lauschen. Die Töne, die dabei zu Tage treten sind das Beglückendste und Lebendigste, was man seit langem gesehen hat.

Ob das in den sehr viel größeren Raum des HAU 2 transferiert werden kann ohne die Intimität zu verlieren, wird sich zeigen.

HAU 2, Hebbel am Ufer, Berlin
Mi bis Sa 1.–4.Oktober 2014 »Sketches/Notebook«

Mütter opfern Frühling

© Dorothea Tuch

Am Ende des Abends bleibt die Frage: Wo ist die Mütterlichkeit? Nach dem gefeierten Väterabend »Testament« bringen She She Pop jetzt den Mütterreigen »Frühlingsopfer« auf die Bühne. In einem klugen Setting mit altarartigem Doppel-Diptychon bleiben die Mütter distanzierte Projektion. Die vier Spieler interagieren mit den überlebensgroßen Mutterbildern, projizieren sich hinein und hinaus. Diese »Ein-Bildungen« entsprechen vermutlich genau der realen Beziehungsebene. Mit dieser Interpretation von Strawinskys »Le Sacre du printemps« ist She She Pop ein konsequenter Abend gelungen. Applaus und Blumenregen.

Hebbel am Ufer, HAU1
Sa 12.04.2014, 20:30 h
So 13.04.2014, 17 h
Mo 14.04.2014, 20 h
Di 10.06.2014, 20 h
Mi 11.06.2014, 20 h
Do 12.06.2014, 20 h

Mousonturm, Frankfurt am Main
Sa 26.04, 20 h
So 27.04.2014, 18 h

Kaserne Basel
Do 26.6.2014, 20 h
Fr 27.6.2014, 20 h
Sa 28.6.2014, 20 h

Kampnagel Hamburg
15. bis 17. Januar 2015, jeweils 20 Uhr

Tauber Bach

© Julian Röder, Ju/Ostkreuz

Alain Platel ist zurück in Berlin. Diesmal gleichsam als Preview zum Theatertreffen 2014. Sein neustes Stück »tauberbach« tänzelt am Rande der Existenz genau vor diesem Abgrund herum. Dazu hört man Bach, gesungen von Gehörlosen. Platels Glück sind seine Tänzer vom Ballets C de la B: Tiere, Wesen, Expressionen in urwüchsigem Gesten, finden sie eine Gebärdensprache für den Gesang der Gehörlosen. Kitsch inklusive.

4. bis 6. März 2014, jeweils 20 h im HAU 1

4.03.2014

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Der Tanzflüsterer

© Thomas AurinVier Tänzer bewegen die »15 Variationen über das Offene« durch den Raum, loten ihm aus, streichen durch die Leere der Bühne, als wäre sie eine Ausgrabungsstätte mit der Gefahr, dass ein wertvoller Fund zertreten werden könnte. Die Fragilität wird von drei Livemusikern kongenial untermalt. In keinem Moment wird sie gestört. Der Flüsterton hält bis zum Ende. Laurent Chétouane inszeniert eine sachte Suche des Äußeren im Innen und der Innerlichkeit im Außen.
Heute noch mal um 20 h im HAU 1
Restkarten an der Abendkasse

31.08.2013

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Nackt im Wind

2000 tanzte Tino Sehgal sein Stück »ohne Titel« selbst. Bei »Tanz im August« performen drei Tänzer an drei verschiedenen Orten jeweils diese eine Choreografie: Boris Charmatz, Frank Willens und Andrew Hardwidge. Drei nackte Körper zeigen ein und den selben Ritt durch die Geschichte des Tanzes des 20. Jahrhunderts – von den Expressionisten bis Meg Stuart sind alle dabei.
Frank Willens ragt ganz klar heraus aus diesem Trio und man möchte nach 55 Minuten nicht weiterziehen. Er tanzt, als würde uns Robert De Niro aus dem Zitatenschatz vorlesen: grandios, präzise und mit leiser Ironie.
Noch mal zu sehen, umsonst und draußen vor dem HAU 2
Mittwoch 28. und Donnerstag, 29.8.

Hüpfendes Glück

Gut zwei Wochen lang kann man jetzt auf den Südgelände in einem »Choreographic Object« von William Forsythe und Dana Caspersen herumspringen. 1997 feierte das »White Bouncy Castle« in London Premiere und durfte dort das erste Mal behüpft werden. Jetzt kommt es im Rahmen des Foreign Affairs Festivals der Berliner Festspiele nach Berlin.
Laufen, springen, sich gegen die Wand werfen, auf den Boden fallen kann man zum Soundtrack von Joel Ryan. Man sollte auch Kondition mitbringen, denn fürs Hüpfen braucht man ziemlich Puste. Am Wochenende ist mit Wartezeiten zu rechnen.

»White Bouncy Castle«
Freitag 28. Juni bis Sonntag, 14. Juli 2013
Di, Mi, Fr: 14:00–19:30 h
Do: 16:00–22:00 h
Sa & So 12:00–18:00 h
Lokhalle Schöneberg
Die Lokhalle Schöneberg befindet sich direkt hinter der S-Bahn Station Priesterweg, Ausgang Naturpark

Noch mehr Installationen von William Forsythe:
Suspense & The Defenders Part 3
Mi – Mo 12:00–19:00 h
Do 12:00 – 21:00 h
KW Institute for Contemporary Art

27.06.2013

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M!M – getanzte Freundschaft

© Oliver FantischSinn entsteht durch Zusammenhang, durch Beziehung. Diesem Entstehen lauscht man, wenn man Matthieu Burner und Mikael Marklund zusieht, wie sie ihre Beziehung zum Raum, zur Umgebung und zu einander erforschen. Begleitet von Beethovens Violin Konzert entfaltet sich dabei ein Tanz, der eine neue Sprache findet, weil die Vokabeln anders ausgesprochen werden als im konventionellen Tanz. Laurent Chétouane hatte den Auftrag zum 50. Geburtstag des deutsch-französichen Freundschaftsvertrages eine Choreografie zu entwickeln: »Wir sollten wieder wagen, eine Utopie in den Raum zu stellen, die Frage nach dem Wir,« sagt Chétouane.

Zu sehen ist der schwerelose Einstünder am
23. Mai 2013 —  Festival Perspectives, Saarbrücken

7. und 8. Juni 2013 — Kanagawa ArtsTheatre, Yokohama, Japan

19. Juni 2013 — ParisArt, June Events, Paris

10. und 11. Oktober 2013 — Theater Bremen

20.05.2013

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Die Menschlichkeit des Menschen

Jérôme Bel und Laurent Chétouane im Interview über ihre neuesten Stücke »Disabled Theater« und »Sacré Sacre du Printemps«. Es geht in dem Gespräch um dem Umgang der Gesellschaft mit Andersheit, über die Ergründung der Minorität in einem selbst, über die pure Gegenwart und die Lust an Bewegung, über das Bewußtsein der Performer beobachtet zu werden und das Ende der Repräsentation.

Jetzt online auf der Tanz-Seite des Goethe Instituts.

Die nächsten Termine in Hamburg, Kampnagel:
1. und 2. Februar, Sacré sacre du printemps
14. bis 16. Februar, Disabled Theater

Berlin, Hebbel am Ufer:
9. und 10. März, Disabled Theater

21.12.2012

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Das HAU ist jetzt blau


Am Donnerstag, 1.11., eröffnet das Hebbel am Ufer mit dem »Disabled Theater« von Jérôme Bel, das so viel Gegenwart und Leidenschaft in sich trägt, dass es einen durch den ganzen Winter bringen wird.

Die neue Hausfarbe des HAU ist Waschmittelblau und erinnert mehr an Vollreinigung denn an Theater. Die Tiere wiederum mehr an Zirkus – es glotzen ein Lama, ein Panther, und jede Menge Äffchen von den Plakaten. Sehen und gesehen werden, sprach der Pfau.

Jérôme Bel: Disabled Theater

© Michael Bause»Die Behinderungen dieser Menschen«, so Jérôme Bel, »sprengen mein theatralisches und choreografisches Know-how. Sie sind eine lebende Unterwanderung des Theaters und des Tanzes.« Jérôme Bel interessiert von jeher für die humorvolle Auflösung der Repräsentation. Mit den Schauspielern des Theater HORA erkundet er auch den Blick der Gesellschaft auf das Andere und das vermeintlich Unkonventionelle.

Juli
  12.–15.  Avignon, Festival d’Avignon

August
  23.–25.  Essen, Ruhrtriennale
  29.–31.  Zürich, Theater Spektakel

September
  1.    Zürich, Theater Spektakel
  7.–8.    Genf, Festival La Bâtie
  12.–16.  Kassel, dOCUMENTA (13)
  18.–19.  Mainz, Grenzenlos Kultur

Oktober
  3.–6.    Zürich, Internationales Tanzfestival Yeah Yeah Yeah
  10.–13.  Paris, Festival d’Automne

November
  1.–3.  Berlin, Hebbel am Ufer

Es lebe der Sport

© Etienne GirardetBerliner Jugendliche zwischen 13 und 19 tanzen, singen und spielen zum Thema Sport (Regie: Rachel Hameleers). Die 35 Akteure brennen für ihre Performance. Spielfreude pur. Für dieses Sportstück verpasst man gerne ein Europameisterschaftsspiel.

Vorstellungen von »Anpfiff«:
Do 14.06.2012 19:30h
Fr 15.06.2012 19:30h
Sa 16.06.2012 16:00h

Alte Feuerwache
Oranienstraße 96
10969 Berlin

Karten unter (030) 253 992 10

© Etienne Girardet

Tanzen Tanzen Tanzen

»You can change your life in a dance class.«

Royston Maldoom

26.05.2012

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Rattle Waltz Restkarten


Carmen ist das aktuelle Tanz-Projekt des Education-Programms der Berliner Philharmomiker mit 150 Mitwirkenden in einer Choreographie von Sasha Waltz
Freitag 25. und Samstag 26. Mai in der Arena Berlin-Treptow

Alle anzeigen Impressum Kooperationspartner: livekritik.de